Bestattungen Kaiser
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Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge kann durch ein Testament ausgeschlossen und eine andere Erbfolge bestimmt werden. Jedermann hat das Recht, über sein Vermögen so zu verfügen, wie er es für richtig hält. Man kann beispielsweise den Ehepartner als Alleinerben einsetzen, ohne die Kinder zu berücksichtigen. In diesem Fall können die Kinder aber den ihnen zustehenden Pflichtteil verlangen. Die Hälfte des gesetzlichen Erbteils bezeichnet man als Pflichtanteil, der in Geld auszuzahlen ist. Pflichtteilberechtigte sind die Kinder, die Eltern (wenn keine Kinder vorhanden sind) und immer der Ehepartner des Verstorbenen.

Das Privattestament

Die einfachste Testamentsform ist das Privat-Testament. Es muss eigenhändig handschriftlich verfasst, mit Datums- und Ortsangabe versehen und unterzeichnet werden. Wird das Testament nicht durchgehend eigenhändig handschriftlich verfasst, ist es ungültig. Wichtiges Hinweis: Stark Sehbehinderte dürfen laut Gesetz kein privatrechtliches Testament errichten, sie sind auf das öffentliche Testament beschränkt. Das privatrechtliche Testament lässt sich jederzeit problemlos durch ein neues ersetzen, wobei das zeitlich letzte alle vorangegangenen aufhebt. Es sollte an einem sicheren Platz – beispielsweise bei den Familienpapieren – aufbewahrt werden. Generell ist eine Hinterlegung beim Nachlassgericht empfehlenswert, da hierdurch in jedem Fall gesichert ist, dass das Testament gefunden und eröffnet wird.

Das öffentliche Testament

Bei einem öffentlichen Testament wird der letzte Wille zu Protokoll in Gegenwart eines Notars erklärt. Der Notar hinterlegt das Testament beim Nachlassgericht.

Das gemeinschaftliche Ehegatten – Testament

Ehepartner können ein gemeinsames Testament abfassen. Sie setzen sich gegenseitig zum Alleinerben ein und bestimmen die Kinder als Erben des Längerlebenden. Bei einem solchen gemeinschaftlichen Ehegatten-Testament ist jedoch zu beachten, dass keiner der beiden Ehegatten Verfügungen allein widerrufen kann, von denen anzunehmen ist, dass sie nicht ohne Verfügung des anderen getroffen worden wären. Dies bedeutet häufig, dass der längerlebende Ehegatte an das gemeinschaftliche Testament gebunden ist.

Der Testamentinhalt

Als Erben können Sie einsetzen, wen Sie möchten. Ob eine oder mehrere Personen erben sollen, ob Staat, karitative Institutionen oder andere rechtsfähige Vereinigungen – das liegt im Ermessen des Erblassers. Aus dem Testament muss zunächst hervorgehen, wer allein oder zu welchem Bruchteil erben soll (Erbquote). Dabei können bestimmte Nachlassstücke ganz bestimmten Erben zugesprochen werden (Teilungsanordnung). Der Wert dieser Stücke wird angerechnet auf die Erbquote, die dem jeweiligen Erben zusteht. Wenn keine Anrechnung auf die Erbquote erfolgen soll, ist ein Vermächtnis aufzusetzen, aus dem das hervorgeht.

 

Der Wortlaut könnte folgender sein: “Mein Haus vermache ich meiner Tochter Claudia, ohne dass dies auf sein Erbteil anzurechnen ist.” Ein Vermächtnis ist auch dann nötig, wenn Nichterben (zum Beispiel Freunde oder Bekannte) ein bestimmtes Teil erhalten sollen. Hinweise, die in direktem Zusammenhang mit der Bestattung stehen, zum Beispiel der Wunsch, eingeäschert zu werden, gehören nicht in ein notarielles Testament, das beim Amtsgericht hinterlegt wird, sondern in eine handschriftlich erstellte testamentarische Verfügung, die bei den Dokumenten und Urkunden im Hause liegt. Am besten legt man solche Wünsche im einem Bestattungs-Vorsorge-Vertrag mit der Pietaät Kaiser fest. Die Erben sind laut BGB verpflichtet, die Kosten für eine standesgemäße Bestattung zu tragen.

Die Testamentseröffnung

Wer ein Testament verwahrt oder findet, ist verpflichtet, es sofort nach dem Sterbefall beim Amtsgericht einzureichen.

Ausschlagen der Erbschaft

Wenn Sie befürchten, dass der Nachlass überschuldet ist oder sonstige Gründe vorliegen, können die gesetzlichen und testamentarischen Erben die Erbschaft ausschlagen. Dies muss innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis von Todesfall und möglicher Erbenstellung erfolgen. Das Ausschlagen der Erbschaft muss gegenüber einem Notar oder direkt gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden.

Der Erbschein

Als amtlicher Nachweis gilt der Erbschein. Sie benötigen ihn als Vorlage bei der Bank, den Behörden – insbesondere vor dem Grundbuchamt, sofern ein Grundstück geerbt wurde. Jeder Erbe kann den Antrag für einen Erbschein bei jedem Notar oder dem Nachlassgericht stellen. Dem Antrag sind die erforderlichen Urkunden beizufügen, nämlich diejenigen, die für den Nachweis der Erbfolge erforderlich sind, d.h. das Testament bzw. bei gesetzlicher Erbfolge die Abstammungsurkunden. Es empfiehlt sich aber, in schwierigen Fällen einen Rechtsanwalt oder Notar hinzuzuziehen.

Die Vollmacht

Bis zur Erlangung eines Erbscheines vergeht im allgemeinen eine längere Zeit. Die Hinterbliebenen besitzen aber oft nicht die notwendigen Barmittel, um die bis dahin angefallenen Rechnungen zu begleichen. Daher ist es sinnvoll, einem anderen Vollmacht zu erteilen. Sie berechtigt den Bevollmächtigten, über die bestehenden Bank- und Sparkassenkonten zu verfügen, entweder nur zu Lebzeiten oder zweckmäßigerweise auch über den Tod hinaus. Es kann auch ein Vertrag zu Gunsten Dritter abgeschlossen werden, der erst mit dem Tode gültig wird.